Die Melodien haben den Vortritt
Lebte das erste Album hauptsächlich noch von dem gehetzten Beat und dem wohlwörtlich alarmierenden Gesang von Craig Wellington, gönnen The Sunshine Underground ihren neuen Songs nun auch mal eine Pause und lassen den Melodien den Vortritt. Bei jedem Song fühlt man seine Sinne gekidnappt. Natürlich stampft es bei neuen Hits wie "Spell It Out" wieder recht heftig, aber die zehn Songs auf "Nobody's Coming To Save You" wirken insgesamt befreiter. Ein Lied wie "Change Your Mind", dass sich unaufhörlich in einen Rausch steigert, hätte sogar das Zeug zur Stadionhymne. Dabei verlässt sich die Band, deren Name von einem Song der Chemical Brothers stammt, völlig auf ihren eigenen Sound, der mit Hochgeschwindigkeit komischerweise irgendwo zwischen gestern ("Silencers") und heute ("Muse") pendelt. Den Fans und Kritikern auf der Insel gefällt, was sie da hören. Ein Headliner-Auftritt beim T In The Park-Festival war da nur der Anfang. Deutschland wartet.